Meine Gedanken, meine Träume, mein Leben...
• 18.12.2005 - Stressiges Wochenende Teil 5
• 18.12.2005 - Stressiges Wochenende Teil 4
• 18.12.2005 - Stressiges Wochenende Teil 3
• 18.12.2005 - Stressiges Wochenende Teil 2
• 18.12.2005 - Stressiges Wochenende Teil 1
• 2.12.2005 - Mein Buch - Toschlusspanik - Teil 4
Es schlug gerade 18.15 Uhr, als Jonas bei Jasmin eintraf. Sie schaute schon erwartungsvoll am Fenster und wartete auf ihn in einem Traum von roter Spitzenunterwäsche und einem Bademantel. Er hatte kaum das Haus betreten, fiel sie ihm schon um den Hals. „Du hast mir so gefehlt, Süsser, das kannst du dir gar nicht vorstellen.“ Jonas wollte gerade darauf antworten, schon hatte Jasmin ihre wunderbar weichen und vollen Lippen auf seine gepresst und küsste ihn, als würde sie ihm seit Jahren zum ersten Mal wiedersehen. Es lag diese Leidenschaft in der Luft, die sich immer entfaltete, wenn die beiden sich ausserhalb des Büros trafen und keine Angst haben mussten, dass sie jemand sehen könnte. Jonas nahm Jasmin auf seine starken Arme und trug sie in ihr Schlafzimmer. Den Weg kannte er, denn er war ja nicht zum ersten Mal in ihrem Haus. Am Bett angekommen, liess er sie sanft wie eine Feder in die mit roter Satinwäsche überzogenen Kissen gleiten und legte sich ganz dicht neben sie. Jasmin hatte im ganzen Schlafzimmer Kerzen aufgestellt und sie angezündet, um eine romantische Stimmung zu erzeugen. Es gelang ihr immer wieder, Jonas mit solchen Details zu überraschen. Auf diese Art und Weise zeigte sie ihm, was ihr an ihm lag, und wieviel er ihr bedeutete. Während sie sich immer leidenschaftlicher küssten begannen sie, sich gegenseitig die Kleider auszuziehen. Jonas kannte jede einzelne sensible Stelle an Jasmins zauberhaftem Körper, an der er sie mit seinen Lippen verrückt machen konnte. Sie hatte wieder Chanel No 5 aufgetragen, was ihn wiederum nur noch mehr erregte. Er löste sich langsam von ihren Lippen, küsste ihren Hals und knabberte ein wenig an ihrem Ohrläppchen. Das mochte sie besonders gern und sie genoss ganz intensiv, wie er sie mit seinen Lippen und seiner Zunge verführte. Ja, sie hatte sich wirklich sehr nach seinen Berührungen gesehnt. Sie wälzten sich durch die Kissen und schliefen leidenschaftlich miteinander bis sie gemeinsam zum Höhepunkt kamen. Bei ihrem Mann konnte sich Jasmin nie so gehen lassen, wie bei Jonas. Sie wusste nicht, warum das so war. Vielleicht war es das Gefühl des Verbotenen, das immer in der Luft lag, wenn sie mit Jonas intim war. Vielleicht lag es aber auch daran, dass in den Jahren ihrer Ehe die Leidenschaft auf der Strecke blieb. Sie wusste es wirklich nicht, aber irgendwie war es ihr auch völlig egal, denn sie bereute keine einzige jener wundervollen Sekunden, die sie gemeinsam mit Jonas verbrachte. Sie blieben noch einen Moment völlig erschöpft engumschlungen liegen, bevor sie auf die Uhr schauten. Es blieb ihnen noch etwas weniger als eine Stunde bis zum Empfang. Also sprangen sie aus dem Bett und gingen gemeinsam unter die Dusche, wie sie es schon so oft gemacht hatten. Schnell seiften sie sich gegenseitig am ganzen Körper ein. Sie konnten einfach ihre Finger nicht voneinander lassen. Irgendwie waren die beiden wie frisch verliebte Teenager, die gerade ihre erste grosse Liebe entdeckt hatten. Es war, als wenn Magie im Spiel wäre und kleine Blitze entstehen würden, wenn sich ihre Körper berührten. Sie zogen ihre Kleider wieder an, die im ganzen Schlafzimmer verstreut herumlagen und machten sich auf den Weg.
„Jonas war so freundlich, mich abzuholen, weil mein Auto kaputt ist“ beantwortete Jasmin all die fragenden Blicke der Kollegen und der Vorgesetzten, als die beiden zusammen das festlich geschmückte Foyer des Bürogebäudes betraten. Damit hatte sie es wieder einmal geschafft, alle Gerüchte gleich im Keim zu ersticken und gar nicht erst aufkommen zu lassen. Als sich die Lage wieder ein wenig gelockert hatte, nahm sich jeder, der noch nichts zu trinken hatte ein Glas. Jasmin griff sich ein Glas Sekt und Jonas hielt sich an den Orangensaft. „Nun“ ergriff Dietmar Schumann das Wort, „da wir nun vollzählig sind und alle etwas zu trinken haben, möchte ich sie recht herzlich begrüssen, und ihnen allen danken, dass sie sich heute Abend für diese Feier Zeit genommen haben. Wir haben absichtlich keine Einladungen verschickt und sie alle relativ kurzfristig eingeladen, damit die Hauptperson des heutigen Abends keinen Verdacht schöpfen konnte. Um so mehr freut es mich, dass sie so zahlreich hier erschienen sind. Und bevor ich das eigentliche Hauptthema des heutigen Abends aufgreife, möchte ich mich bei all den fleissigen Helferinnen und Helfern bedanken, die aus unserem Foyer eine wahre Festhalle gezaubert haben.“ Es war wirklich wundervoll dekoriert. Überall hingen Luftschlangen, bunte Girlanden und Luftballons. „Wie sie alle wissen, wird unser langjähriger verdienter Mitarbeiter und Prokurist Herr Walter Küster in einigen Tage in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen. Ihm zu Ehren veranstalten wir heute Abend diese kleine Feier, um Herrn Küster für sein Wirken in unserer Firma gebührlich zu danken. Aber wie kann man einem Mann danken, der über Jahrzehnte durch Innovation, Loyalität, Teamgeist, Durchhaltevermögen und Mut seine Kollegen und Vorgesetzten beeindruckt hat? Wir haben uns diese Frage lange gestellt, bis wir auf die eigentlich simple Idee kamen, einfach seine Frau zu fragen.“ Spätestens nach diesem Satz hatte der Chef alle Lacher auf seiner Seite. „Wie wir von Frau Küster erfuhren, ist ihr Gatte ein grosser Bewunderer des Seefahrers und Entdeckers James Cook. Aber noch mehr bewundert er das, was Mr. Cook entdeckt hat. Französisch Polynesien in der Südsee. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, Herrn Küster und seiner reizenden Frau Gemahlin eine vierwöchige Reise auf die paradiesische Insel Bora Bora zu schenken.“ Er wandte sich direkt zu Herrn Küster und dessen Frau, die zu ihrem Mann gegangen war, nachdem Herr Schumann verraten hatte, für wen diese Feier organisiert worden war. „Sie werden von unserem Chauffeur zuhause abgeholt und zum Flughafen in Frankfurt am Main gebracht. Von dort aus fliegen sie beide nach Paris Orly. Nach einem kurzen Zwischenstop geht es weiter über den grossen Teich nach Los Angeles. In Los Angeles werden Sie in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachten und nach einem ausgiebigen Frühstück weiter nach Papeete, einer kleinen Insel in der Südsee mit einem winzigen Flughafen weiterfliegen. Das letzte Stück müssen sie dann, wie damals James Cook, mit dem Schiff zurücklegen, denn von Papeete fahren nur sogenannte Wassertaxis nach Bora Bora. Dort werden sie von den gastfreundlichen Einheimischen mit Blumenkränzen herzlich begrüsst.“ Den Eheleuten Küster standen Tränen des Glücks und der Freude in den Augen und alle Anwesenden waren mindestens genau so gerührt. „Wir waren so frei“ fuhr Herr Schumann fort, „für sie einen Überwasser-Bungalow zu mieten, damit sie auch in ihrer Unterkunft das farbenprächtige Tierleben der Südsee geniessen können. Sie werden an Tagesausflügen nach Moorea, Tahiti oder zum Mount Cook teilnehmen und im ‘Bloody Marys’, nachweislich eines der drei besten Fischrestaurants weltweit dinieren. Sie reihen sich dort in eine Liste namhafter Grössen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens ein. Jeder Schauspieler, Politiker oder Künstler, der etwas auf sich hält, hat sich und seinen Gaumen dort schon einmal verwöhnen lassen. Dazu gehören unter anderem Jack Nicholson, Marlon Brando, Meg Ryan, Bill und Hillary Clinton und Pablo Picasso, um nur einige aus dieser schier endlos langen Liste zu nennen. Sie werden bei Bootsausflügen Haifischbabys streicheln und füttern und sie werden bei zahlreichen Veranstaltungen direkt am Meer gezeigt bekommen, was man noch so alles aus einer Kokosnuss machen kann, nachdem man sie verzehrt hat.“ Frau Küster hielt fest die Hand ihres Mannes und konnte nicht glauben, was sie da zu hören bekam. „Nach vier für sie hoffentlich unvergesslichen Wochen im Paradies werden Sie auf dem gleichen Weg die Heimreise antreten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie keine Blumenkränze bekommen werden. Man wird sie mit handgemachten Muschelketten wie die Pfingstochsen behängen.“ Wieder konnte keiner im Foyer sich das Lachen verkneifen. „Wissen sie, warum bei der Ankunft Blumen, und bei der Abreise Muscheln für die Ketten verwendet werden?“ fragte Herr Schumann in die Runde. Alle schauten sich unwissend an. „Ich will es ihnen verraten, es gibt eine ganz einfache und doch so wundervolle Erklärung dafür. Die Blumenketten sind nach einigen Tagen verwelkt. Mit den Muschelketten haben sie ein lebenslanges Andenken an dieses traumhafte unverdorbene Stückchen Erde. Am Flughafen in Frankfurt werden wir sie natürlich wieder abholen, somit müssen sie sich wirklich um nichts kümmern und können die Wochen hoffentlich geniessen und zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen.“ Wieder wandte sich Herr Schumann direkt an die Hauptpersonen des Abends „Frau Küster, die Vorstandschaft und meine Wenigkeit möchten uns bei Ihnen recht herzlich dafür bedanken, dass sie in der zweiunddreissigjährigen Zugehörigkeit Ihres Gatten zu unserem Unternehmen diesen wunderbaren Menschen mit uns geteilt haben. Und bei Ihnen, sehr verehrter Herr Küster, möchten wir uns für alles bedanken, was sie in dieser langen Zeit für unsere Firma geleistet haben. Wir würden mit Sicherheit heute nicht diese ausgezeichnete Marktpräsenz haben, wenn wir sie nicht in unseren Reihen gehabt hätten. Wir hoffen alle, dass wir ihnen mit der kleinen Aufmerksamkeit, die wir uns für sie ausgedacht haben, eine kleine Freude machen können. Und nun wünsche ich uns allen einen wunderschönen Abend und eine schöne Feier. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“ Es folgte eine kleine Ansprache von Walter Küster, der vor lauter Rührung gar nicht wusste, was er sagen soll. Er bedankte sich bei der Geschäftsleitung, die ihm in all den Jahren seiner Betriebszugehörigkeit immer wieder ihr Vertrauen geschenkt hatte und auch in schwierigen Zeiten an seine Intuition geglaubt hatte. Dann sprach er seinen Mitarbeitern und Kollegen seinen Dank aus, die ihn immer bei der Durchführung seiner Konzepte tatkräftig unterstützten. Zu guter letzt bedankte er sich unter Tränen bei seiner Ehefrau, ohne die, wie er sagte, er nie in der Lage gewesen wäre, die Arbeit abzuliefern, die er abgeliefert hatte. Abschliessend wünschte er ebenfalls allen Anwesenden einen schönen Abend und bedankte sich auch nochmal dafür, dass sie alle gekommen sind. Somit war der offizielle Teil des Abends vorüber. Es bildeten sich kleine Grüppchen, in denen sich über dies und das unterhalten wurde. |
Kommentare (0) :: Permanenter Link
|
• 16.11.2005 - Mein Buch - Torschlusspanik - Teil 3
Als er wieder in den Nebenraum kam waren die ersten Arbeitskollegen schon dabei, sich von Ralf zu verabschieden und sich für den tollen Abend zu bedanken. Jonas suchte sich einen ruhigen Platz, wo er einen Moment für sich allein sein konnte. Er war doch ein wenig enttäuscht, dass er Gina nicht mehr erwischt hatte. Auch wusste er nicht, weshalb sie so schnell gegangen war, ohne sich zu verabschieden. Hatte er vor ihrem Auftritt etwas Falsches zu ihr gesagt? Er wusste es nicht, aber er war sich nach einer Weile ziemlich sicher, dass sie einen triftigen Grund dafür hatte. Ralf und Simon setzten sich zu ihm, als sich der Saal langsam geleert hatte. Nach und nach verabschiedeten sich auch all die anderen Gäste und schliesslich sassen sie allein im Nebenraum. Sie beschlossen, sich noch ein wenig unter die anderen Gäste an der Theke zu mischen, bevor sie dann auch den Heimweg in der Stretchlimousine antraten, die vor der Kneipe auf sie wartete.
Zuhause angekommen, zog Jonas seine Klamotten aus, ging ins Badezimmer um sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Dann ging er ins Wohnzimmer, machte den Fernseher an und legte sich auf sein Sofa. Er überlegte hin und her, aber es fiel ihm beim besten Willen keine vernünftige Erklärung für Ginas Verhalten ein. Er musste daran denken, wie er ihre Stimme völlig ausser Atem hörte, als er sie direkt aus der Dusche holte. Vor seinen Augen lief es ab wie ein Film: Wie sie sich an der Theke zum ersten Mal gegenüber standen, wie sie als sexy Krankenschwester auf der Bühne erschien, wie sie ihren Traumkörper an seinem rieb und wie sie ihm zum Abschied einen zärtlichen Kuss auf seine Wange gab und dann verschwand. Immer und immer wieder kreisten diese Bilder durch seinen Kopf während seine Augenlieder immer schwerer wurden. Er war gerade am Einschlafen, als das Telefon klingelte. Es war Simon. „Sag mal, Jonas, hast Du die Stripperin bezahlt?“ „Nein“ antwortete Jonas „als ich rausging, um ihr das Geld zu geben, war sie schon verschwunden“. „Hast Du denn eine Adresse, wo Du sie erreichen kannst?“ wollte Simon wissen. „Eben nicht, aber ich hab noch die Telefonnummer aus der Zeitungsanzeige. Ich rufe morgen gleich an und kläre das“. „Ok, dass gute Nacht, mein Freund. Bis Montag!“ „Ja, bis Montag und schlaf gut, Simon“ sagte Jonas und legte den Hörer auf. Er legte sich wieder auf sein Sofa und war einige Minuten später auch schon eingeschlafen.
Die ersten Sonnenstrahlen streichelten schon sein Gesicht und der Fernseher lief noch, als Jonas die Augen aufschlug. Er hatte die ganze Nacht auf seinem Sofa verbracht. Nachdem er aufgestanden war und geduscht hatte, wollte er gleich Gina anrufen, aber er hatte die Zeitung aus dem Büro nicht mitgenommen. Also zog er sich an, machte einen kurzen Spaziergang zu dem Kiosk, das bei ihm gerade um die Ecke lag und fragte, ob der Inhaber noch die Tageszeitung vom Vortag hatte. Glücklicherweise hatte der seine eigene noch nicht in den Müll geworfen, weil er nochmal ein Interview mit einem seiner Kollegen über die wirtschaftliche Lage der Kioskbetreiber lesen wollte. „Brauchst Du die ganze Zeitung, oder nur einen bestimmten Teil?“ „Der Kleinanzeigenteil würde mir vollkommen reichen“ sagte Jonas und kaufte gleich noch frische Brötchen fürs Frühstück ein. Er bedankte sich bei dem Kioskbesitzer, bezahlte und machte sich wieder auf dem Heimweg. Der Geruch der frischen Brötchen, die noch warm waren, machten ihm richtig Appetit auf das Frühstück. Doch bevor er frühstückte, wollte er unbedingt noch Gina erreichen. Er suchte also aus dem Kleinanzeigenteil ihre Nummer heraus und rief an. Eine ihm völlig unbekannte Stimme nahm den Hörer ab. „Kann ich bitte Gina sprechen?“ fragte Jonas etwas irritiert. „Gina ist nicht mehr hier. Sie hat mich nur vertreten, damit ich Urlaub machen konnte. Kann ich Dir weiterhelfen?“ fragte die unbekannte Stimme. „Nein, danke. Es ist etwas Privates“ entgegnete Jonas. „Weißt Du, wo ich sie erreichen kann?“ „Das weiss ich schon, aber ich kann ihre Nummer nicht an Leute herausgeben, die ich nicht kenne. Das würde Gina nicht wollen:“ „Ja, da hast Du Recht. Vielen Dank trotzdem“ sagte Jonas und verabschiedete sich.
3
Als Jonas am Montag Morgen das Büro betrat war natürlich der Junggesellenabschied von Ralf das Gesprächsthema schlechthin. Alle redeten von dem feucht fröhlichen Abend und von Ginas tollem Auftritt, den auch Jonas natürlich nicht vergessen hatte. Nachdem sich alle begrüsst hatten, ging jeder seiner Arbeit nach und verschwand an seinen Arbeitsplatz. Kaum hatte Jonas sein Büro betreten, kam Jasmin rein und erkundigte sich, wie Jonas das Wochenende verbracht hatte. Er erzählte ihr von dem schönen Abend im ‘Havanna Club’ und dass er den Sonntag ganz entspannt verbrachte und sich einige Videos angesehen hatte. Auch Jasmin liess nochmal ihr Wochenende Revue passieren und erwähnte wie beiläufig, dass sie die Geschäftsleitung dazu entschlossen hatte, Jonas zum neuen Prokuristen zu ernennen. Hierzu sollte noch der Ordnung halber eine Besprechung stattfinden, deren Termin wohl noch in dieser Woche vorgesehen war. Jonas war überglücklich, nahm Jasmin in seine Arme und küsste sie auf die Wange. „Du bist wunderbar, Jasmin, das habe ich nur Dir zu verdanken!“ sagte er und drückte sie fest an sich. „Ich sagte Dir doch, dass ich ein gutes Wort für Dich eingelegt habe. Wir werden hin und wieder mal einige Überstunden machen müssen“ sagte sie mit diesem Augenaufschlag, mit dem sie Jonas auch damals bei der Betriebsfeier fast um den Verstand brachte. Jasmin gefiel es, wie Jonas ihr seine Dankbarkeit zeigte und sie freute sich insgeheim schon auf das nächste Wochenende, das sie gemeinsam mit ihm verbringen würde. Sie liebte es, die Macht über die Männer auszuüben, die ihr in der Firma unterstellt waren. Nur bei Jonas hielt sie sich zurück, denn ihre Beziehung zu ihm war ja etwas ganz besonderes. „Weißt Du, Süsser, so schön mein Wochenende auch war, hab’ ich Dich trotzdem vermisst.“ liess Jasmin noch verlauten, bevor sie sich auch wieder an die Arbeit machen wollte. „Du hast mir auch gefehlt und ich habe oft an Dich gedacht.“ antwortete Jonas, bevor sie sein Büro verliess.
Jonas öffnete seinen Aktenschrank, holte sich den Stapel mit den aktuellen Akten und stürzte sich in die Arbeit. Er ging nun wieder der Tätigkeit nach, die er am besten beherrschte - das Erarbeiten waghalsiger Konzepte für marode Firmen. Und dabei fühlte er sich in seinem Element und hatte Freude daran. Obwohl ihm Jasmins Worte nun die ganze Zeit durch dem Kopf schwebten konzentrierte er sich auf die Arbeit, die vor ihm lag. Jonas war eben ein Profi und wirklich ein Gewinn für die Firma. Er versuchte zwischendurch immer wieder sich vorzustellen, was sich für ihn mit einer Ernennung zum Prokuristen verändern würde. Er würde endlich einen Firmenwagen bekommen, eine Gehaltserhöhung bestimmt auch. Auf der anderen Seite müsste er sich auch häufiger auf Empfängen, Präsentationen und allerlei offiziellen Anlässen sehen lassen. Aber das was es ja, was er sich immer gewünscht hat und wofür er so hart gearbeitet hatte. Als er gerade in die Mittagspause gehen wollte, klingelte das Telefon und Jonas wettete insgeheim, dass es seine Mutter war. Aber es war Heer Schumann, der Inhaber der Firma. „Sagen Sie Baumann, haben sie am Mittwoch Abend schon etwas vor?“ wollte dieser wissen. „Wir haben eine Besprechung angesetzt wegen einiger personeller Veränderungen in der Firma.“ „Nein, ich habe noch nichts geplant. Um wieviel Uhr soll ich denn da sein, Herr Schumann?“ fragte Jonas. „Wir treffen uns bei einem kleinen Sektempfang um 20 Uhr unten im Foyer.“ „Prima, ich werde da sein. Vielen Dank für Ihren Anruf, Herr Schumann:“ sagte Jonas und legte den Hörer auf. „Ja!“ fuhr es aus Jonas, als er sich sein Jackett anzog, das Licht in seinem Büro löschte und in die Mittagspause ging.
Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verlief für Jonas sehr unruhig. Er konnte zuerst nicht einschlafen, wachte dann die ganze Zeit auf und hatte irgendwie ein ungutes Gefühl. Er konnte es nicht beschreiben oder erklären, wieso das so war. Aber er dachte, dass seine Ernennung zum Prokuristen wohl doch nicht so glatt gehen würde. Das sagte ihm eine innere Stimme die ganze Nacht über.
Tagsüber im Büro passierte nichts Aussergewöhnliches. Jasmin kam einige Male bei ihm vorbei, um mit ihm zu flirten, oder auch um ihn zu beruhigen, denn sie merkte, wie angespannt er war. Und je näher der Abend rückte, desto aufgeregter wurde Jonas. Er versuchte, es so gut wie möglich zu verdrängen, aber das war gar nicht so einfach. Heute war schliesslich sein grosser Tag und er würde die Lorbeeren dafür ernten, wofür er so lange hart gearbeitet hat. Heute würde er die Anerkennung in der Firma bekommen, die ihm spätestens seit seinem letzten Coup zustand. Ja, heute würde er Prokurist werden. Jonas beschloss, nach Feierabend nochmal nach Hause zu gehen, sich frisch zu machen und sich umzuziehen für seinen grossen Abend. Als er das Büro verliess, lief ihm noch Simon über den Weg. „Also, dann bis später“ sagte Simon. „Ja, bis nachher“ entgegnete er ihm. „Kommst Du auch?“ „Ja sicher, alle leitenden Angestellten sind eingeladen.“ Sie verabschiedeten sich und verliessen das Gebäude durch das Foyer, in den später der grosse Empfang stattfinden sollte.
Es war 17.00 Uhr als Jonas zuhause angekommen war und wie immer hörte er als allererstes seinen Anrufbeantworter ab. „Hallo Schätzchen, ich bin’s, Deine Mutter. Ich wollte Dir nur sagen, dass ich heute den ganzen Tag unterwegs war und Dich deshalb nicht anrufen konnte. Ich hoffe, Du bist mir nicht böse deswegen. Meld’ Dich doch einfach mal, wenn Du zuhause bist. Bis dann!“ „Sie haben keine weiteren Nachrichten“ meldete die blecherne Stimme des Apparates das Ende der Meldungen. Jonas wählte die Nummer seiner Eltern, um ihnen gleich die freudige Nachricht von seiner Ernennung zu erzählen. Er überlegte kurz, ob er es tun sollte, weil es ja noch nicht sicher war, aber in seinen Augen kam niemand anders für diesen Posten in Frage. „Hallo Mama, wie geht’s Dir? Ich hab Deine Nachricht abgehört und hier bin ich.“ „Na, wie war Dein Wochenende? Hast Du Dich gut amüsiert?“ wollte sie wissen. „Ja, ich war am Freitag doch auf diesem Junggesellenabschied und der war wirklich toll. Am Samstag wollte ich eigentlich vorbeikommen, aber ich war ehrlich gesagt zu müde dazu und hatte hier auch noch jede Menge zu tun. Und was habt ihr denn so angestellt?“ Ach, Schatz, was sollten wir zwei alten Leute denn anstellen? Wir waren natürlich zuhause und haben gegessen, geschlafen, ferngesehen und waren zwischendurch mal etwas spazieren um frische Luft zu schnappen.“ „Ach Mama, so alt seid ihr nun auch wieder nicht!“ erwiderte Jonas. „Was hattest Du denn heute für Termine, dass Du den ganzen Tag unterwegs warst?“ „Ach, ich war mit meiner Freundin Erika auf einer Kosmetikberatung. Die haben da ein neues Produkt rausgebracht und Erika hatte eine Einladung zu dieser Präsentation. Und die ging fast den ganzen Tag. Danach waren wir noch in der Stadt einen Kaffee trinken und dann sind wir wieder heimgefahren. Es war ein toller Tag!“ „Das ist schön. Weißt Du schon das Neuste? Ich werde heute Abend in der Firma zum Prokuristen ernannt!“ erzählte Jonas voller Stolz. „Ja? Das ist ja toll, mein Junge. Fängt sich deine viele Arbeit langsam an auszuzahlen?“ „Sieht fast so aus, Mutter. Also, grüss’ Papa recht herzlich von mir, ich muss mich langsam fertig machen.“ „Gut mein Schatz, lass Dich schön feiern heute Abend und lass Dich mal wieder bei uns sehen, damit wir auch mal auf Deinen Erfolg anstossen können. Bis dann!“ Kaum hatte er den Hörer aufgelegt, klingelte es schon wieder. Es war Jasmin. „Na, mein Süsser, bist Du aufgeregt?“ „Das kannst du dir ja vorstellen. Es wird von Minute zu Minute schlimmer!“ sagte Jonas daraufhin. „Du, könntest du mich vielleicht abholen? Mein Auto hat den Geist aufgegeben und ich erreiche niemand mehr in der Werkstatt.“ „Klar, kann ich dich abholen, kein Problem!“ „Du kannst ja auch etwas früher vorbeikommen, dann kann ich versuchen, deine Nervosität noch etwas in den Griff zu bekommen“ sagte Jasmin mit einem verführerischen Unterton, dem Jonas einfach nicht widerstehen konnte. „Ok, ich bin in einer Stunde bei Dir. Reicht Dir das?“ „Ja sicher reicht mir das. Ist nur die Frage, ob dir das reicht, Tiger.“ „Also da,, bis gleich“ sagte Jonas. „Ja, bis gleich, ich freu mich auf dich“ hauchte Jasmin zum Abschluss in den Hörer und legte auf. |
Kommentare (1) :: Permanenter Link
|
• 14.11.2005 - Ihr seid meine Testleser... :-)
Hallo Ihr Lieben...
Ich wollte Euch nochmal dazu einladen, die Rohfassung meines Buches hier zu lesen, und mir zu schreiben, was Ihr davon haltet...
Lieben Dank an Euch...
Euer Maverick |
Kommentare (1) :: Permanenter Link
|
• 14.11.2005 - Mein Buch - Torschlusspanik - Teil 2
2
Es war 19 Uhr, als Jonas wieder aufwachte und auf die Uhr schaute. Er konnte sich nicht daran erinnern, was er geträumt hatte, aber es musste etwas Schönes gewesen sein, denn er fühlte sich ziemlich gut und ausgeglichen. Er ging in seinem Bademantel, den er immer noch anhatte, in die Küche und schob sich eine Pizza in den Ofen. Er liebte tiefgekühlte Salamipizza und freute sich schon sehr darauf, da er seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte ausser einem Apfel in der Firma. Er stellte seine Küchenwecker und ging zurück ins Wohnzimmer, um sich die Nachrichten anzusehen. „Dieser George W. Bush“ dachte er „hätte für seine zweite Wahlperiode auch besser daran getan, wenn er den Waffeninspekteuren im Irak mehr Zeit gegeben hätte, um Massenvernichtungswaffen zu finden, wenn denn überhaupt welche dort gewesen sind“. Eigentlich konnte er das, was in den Nachrichten tagtäglich über den Bildschirm flackerte schon gar nicht mehr sehen, aber für seinen Beruf war es wichtig immer auf dem Laufenden zu sein. Nach der „Heute“-Sendung hatte er wieder etwas mehr Grund zu lächeln, denn der Wetterbericht sagte wunderbares Wetter für das bevorstehende Wochenende voraus. Aus der Küche hörte er das Klingeln seiner Küchenuhr. Die Pizza war fertig. Das war auch gut, denn Jonas hatte einen ziemlichen Kohldampf. Er ging in die Küche, zog sich einen Backhandschuh über die Hand und holte vorsichtig das Blech aus dem Ofen, auf dem seine Pizza lag. Auf einem Teller nahm er sie mit ins Wohnzimmer. Dort liess er sie schmecken, während er sich durch die Programme schaltete. Genüsslich biss er in seine Pizza, während er im Fernseher ‘Viva’ laufen liess. Damit konnte er im Moment gar nichts falsch machen. „Mist“ sagte er, stand auf und holte sich aus der Küche noch eine Flasche Mineralwasser, die er dort vergessen hatte. Als er wieder im Wohnzimmer war, hatte er gerade den Schluss von seinem Lieblingsvideo verpasst. Aber dann dachte er schon wieder an Gina und die schlechte Laune, die im Anmarsch war, verflog sofort wieder. Ohne, dass er es wollte, kreisten seine Gedanken die ganze Zeit um diese Stripperin. Er stellte den Fernseher lauter, stellte den leeren Teller in der Küche in die Spüle und ging ins Bad, um sich langsam für den Abend fertig zu machen. Er wusch sich die Hände, um nicht nach Pizza zu riechen. Aus dem Badezimmerschrank nahm er sein Eau de Toilette von Zino Davidoff, das er schon seit 5 Jahren benutzte. Er hatte noch kein anderes gefunden, das ihm so gut gefiel. Diese Flasche hatte ihm Jasmin zu seinem letzten Geburtstag geschenkt. Sie mochte es auch, wenn Jonas danach roch. Dann ging er ins Schlafzimmer um sich anzuziehen. Er schaute seine Klamotten durch und entschloss sich, seine schwarze Lederhose, ein weisses T-Shirt und ein schwarzes Hemd darüber anzuziehen. „Ja“ dachte er sich „damit mache ich heute Abend bestimmt nichts falsch.“
Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er noch eine Stunde hatte, bis die anderen Jungs ihn abholen würden. Also begann er damit, sich anzuziehen. Mit dem T-Shirt bekleidet ging er wieder ins Bad, um sich die Haare zu kämmen und ein wenig Gel aufzulegen. Er schaute in den Spiegel und sagte zu sich „Verdammt, siehst Du heute wieder gut aus!“. Dann ging er wieder ins Schlafzimmer, zog zuerst die Hose an, denn er beschloss, heute das Hemd ganz leger über der Hose zu tragen. Er trödelte ein wenig vor sich hin, weil er es genoss, am Wochenende keine Termine einhalten zu müssen. Jonas schaute auf die rot leuchtende Digitalanzeige seines Radioweckers. Ihm blieben noch zwanzig Minuten, sich fertig zu machen. Also beeilte er sich ein wenig, denn er wollte die anderen auf keinen Fall warten lassen. Er zog sich seine Lederjacke an, warf noch einen Blick in den Spiegel und verliess seine Wohnung. Er dachte, es wäre gut, vor dem Haus zu warten und noch ein wenig frische Luft zu schnappen, weil er den ganzen Abend in der verräucherten Kneipe verbringen würde. Er stand vor dem Haus und beobachtete all die jungen Leute, die sich für den Abend herausgeputzt hatten. Es machte ihm sichtlich Spass, denn in einigen jungen Menschen erkannte er sich selbst, wie er vor einigen Jahren war. Nach wenigen Minuten fuhr schon die Stretchlimousine vor. Die Jungs hatten das Schiebedach geöffnet und steckten die Köpfe durch. Simon fotografierte Jonas, wie er so dort stand und auf sie wartete. Er hatte sich für den Abend mit einer Kamera bewaffnet, um für Ralf einige Andenken an diesen schönen Abend zu schiessen. Wie es aussah, hatten sie schon zum Aufwärmen einige Drinks genommen. Sie hatten die Limousine mitsamt einem Fahrer gemietet. Der Fahrer parkte den Wagen, stieg aus, um Jonas die Türe zu öffnen. Bevor er einsteigen konnte, sprangen die Jungs aus dem Auto und begrüssten Jonas einer nach dem anderen ganz herzlich. Als sie alle einander ‘Hallo’ gesagt haben stiegen sie wieder ein, um in den ‘Havanna Club’ zu fahren, wo der Junggesellenabschied steigen sollte. Simon hatte dort eine Überraschung zur Einstimmung vorbereiten lassen. Als sie ankamen, stand eine kleine Gruppe Blasmusiker vor der Kneipe und spielten den Hochzeitsmarsch in einer rockigen Version. Die Bedienung begrüsste die Jungs mit einem Cocktail. Jonas bekam unaufgefordert einen ohne Alkohol, denn er war ja sozusagen Stammgast dort und die Bedienungen kannten ihn. Ralfs Arbeitskollegen standen zur Begrüssung vor dem Eingang Spalier und er musste sich durch die Menge seinen Weg zur Tür bahnen. Er war gerührt, weil er wusste, dass das alles nur zu seinen Ehren stattfand und ihm standen fast die Tränen in den Augen. Als sie in die Kneipe kamen, machten alle Gäste eine Laola-Welle für Ralf. Der traute seinen Augen kaum und er hatte Probleme, mit seinem Cocktail in der Hand durch die ganzen Leute ins Nebenzimmer zu gelangen. Als er die Tür öffnete, rechnete er schon mit der nächsten Überraschung. Aber nichts passierte. Es sah aus, wie immer. Erst, als er in der Mitte des Raumes stand, fielen hunderte von bunten Luftballons von der Decke und verwandelten den Raum in ein prächtiges Farbenmeer. In diesem Moment konnte man sehen, wie sich in Sekunden ein Haufen erwachsener Männer in eine Horde verspielter Kinder verwandelte. Die Stimmung wurde von Minute zu Minute besser und alle hatten ihren Spass. Der Alkohol floss in Strömen und Jonas amüsierte sich prächtig - auch ohne Alkohol, wie immer. Eigentlich hatte er erwartet, dass er sich bis zum Eintreffen von Gina ziemlich langweilen würde, aber er war angenehm überrascht. Obwohl er einen Grossteil der Leute nicht oder nur flüchtig kannte, fühlte er sich überhaupt nicht als Aussenseiter. Die Blasmusiker, die vor der Türe den Hochzeitsmarsch gespielt hatten, kamen in das Nebenzimmer und heizten die Stimmung noch mehr mit einigen Gassenhauern und Evergreens an. Einige der Arbeitskollegen hatten ein Gedicht vorbereitet und trugen es vor. Es wurde viel gelacht und es wurde ein rundum gelungener Abend. Gegen 23 Uhr öffnete sich die Tür und eine Abordnung des Männerchors, die freitags nach der Probe immer noch in den ‘Havanna Club’ gingen, kam herein. Sie formierten sich auf der Bühne und gaben einige Lieder zum besten, bei denen alle mitsingen konnten - zumindest den Refrain. Jonas schaute auf die Uhr, die über der Tür hing. Noch vierzig Minuten, dann würde er endlich wissen, wie diese Gina aussieht, deren Stimme ihm schon den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Er konnte es wirklich kaum mehr erwarten und man konnte ihm die Vorfreude auch ansehen. Es war 23.45 Uhr als Sascha, der Inhaber der Kneipe, zu Simon kam und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Simon schaute zu Jonas rüber und der wusste gleich, was passierte. Sie war da! Simon kam zu ihm rüber und bat ihn, die Stripperin in Empfang zu nehmen, weil er sie auch telefonisch gebucht hatte. Jonas liess sich nicht zweimal bitten und folgte dem Wirt. „Wow, Du bist ja überpünktlich“ sagte Jonas, als der Wirt ihn zu ihr geführt hatte. „Hallo Jonas“ sagte sie und schaute ihm tief in die Augen. „Du erinnerst Dich an meinen Namen?“ fragte er verblüfft und geschmeichelt. „Klar, wie könnte ich den Namen eines so netten jungen Mannes mit so einer hocherotischen Stimme vergessen? Und ausserdem haben wir doch erst heute Mittag telefoniert.“ Jonas kam der Tag wie eine Woche vor, doch nun stand sie vor ihm. „Magst Du noch was trinken, bevor Du den Nebenraum zum Überkochen bringst?“ fragte er sie mit einem Augenzwinkern. „Ja, einen Tequila Sunrise, gerne. Trinkst Du auch einen mit mir?“ Jonas erklärte ihr, dass er keinen Alkohol trinkt und bestellte ihr ihren Cocktail. Simon kam mit der Kamera und machte ein Bild von den beiden, wie sie da so an der Theke standen und sich unterhielten. Gina nippte verführerisch an ihrem Strohhalm und Jonas konnte den Blick einfach nicht von ihr abwenden. Sie war etwa 1,75m gross, hatte ihre kastanienbraunen Haare kurz geschnitten und so frisiert, dass sie nach allen Seiten abstanden. Rehbraune Augen, volle Lippen und dezentes Make up rundeten das Bild ab. Sie hatte eine sexy schlanke Figur, mittelgrosse Brüste, einen wohlgeformten Hintern, den man heutzutage als Jennifer-Lopez-Po bezeichnet, und schöne lange Beine. Sie trug einen ultrakurzen Minirock, ein bauchfreies Top, halterlose schwarze Strümpfe und Schuhe mit hohen Absätzen. Gina bemerkte natürlich, dass sein Blick ihren makellosen Körper ganz genau in Augenschein nahm und war selbst auch von ihrem Gegenüber sehr angetan. „Und, wer ist denn der glückliche Junggeselle, der einen so attraktiven Mann zum Freund hat?“ fragte sie, um den Gesprächsfaden nicht zu verlieren. „Oh, das ist Ralf. Er ist der Cousin von einem Arbeitskollegen von mir, mit dem ich mich sehr gut verstehe und auch viel privat unternehme. Aber danke für das nette Kompliment“ antwortete Jonas und lächelte sie dabei an. „Und was arbeitest Du so, wenn ich fragen darf?“ „Ich arbeite als Unternehmensberater in einer grossen Firma. Das heisst, ich helfe maroden Firmen dabei, ihren Bankrott noch ein wenig herauszuzögern.“ Gina lachte über die humorvolle Beschreibung seines Berufes. „Ich muss mich langsam fertig machen für die Show. Weißt Du, wo ich mich hier umziehen kann, Jonas?“ „Nein, aber ich frage mal den Wirt. Ich kenne ihn ziemlich gut. Warte bitte kurz hier“ entgegnete er ihr und war schon auf dem Weg zu Sascha hinter die Theke. Der kam mit zu ihr und bat Gina in sein Büro. Eine andere Möglichkeit gab es leider nicht ausser den Toiletten, doch das wollte er der hübschen Gina nicht antun. Sie nahm ihre Tasche und folgte ihm. Dann drehte sie sich nochmal zu Jonas um. „Lauf mir ja nicht weg, Süsser. Wir sehen uns drin!“ Und schon verschwand sie zwischen den Leuten, die an der Theke standen in Richtung Büro. Jonas ging wieder in den Nebenraum, damit niemand Wind bekam von der heissen Überraschung, die gleich folgen sollte. Alle waren kräftig am Feiern und keiner hatte bemerkt, dass Jonas eine geschlagene viertel Stunde nicht da gewesen war. Nach einer kleinen Weile kam Sascha herein, machte das Licht etwas dunkler und stellte einen Stuhl mitten auf die Bühne. Ralf schaute fragend in die Runde, denn er hatte nicht die leiseste Ahnung, was jetzt passieren würde.
Dann war es soweit. Das Licht ging aus und der gesamte Saal war stockdunkel. „You can leave your hat on“ von Joe Cocker dröhnte durch die Lautsprecher. Ein Spot ging auf der Bühne an und man sah nichts, ausser einem Lichtkegel, den der Spot produzierte. Dann kam sie - als heisse Krankenschwester verkleidet schritt sie graziös in diesen Lichtstrahl hinein. Ein megaknappes und hautenges Krankenschwesternkostüm umhüllte ihren phantastischen Körper. Weisse Strümpfe, weisse Strapse, die man sehen konnte, weil das Kostüm so kurz war, weisse Schuhe und eine kleine Haube auf ihrem kastanienbraunen Schopf, der im Licht leicht rötlich schimmerte. Ein Traum in weiss. Jonas und alle anderen Anwesenden waren hin und weg. Sie bewegte sich sexy, aufreizend und unnahbar zugleich zum Rhythmus der Musik und obwohl sie laut Mister Cocker den Hut auflassen dürfte, zog sie die kleine weisse Haube zuerst aus und warf sie in die jubelnde Menge. Dann setzte Gina sich breitbeinig auf den Stuhl, der mit der Lehne zu Ihrem begeisterten Publikum stand. Lasziv öffnete sie einen Knopf nach dem anderen ihres Oberteils, das sich ebenso wie eine zweite Haut an ihre Kurven schmiegte, wie das Röckchen, das sie trug. Die Jungs begannen zu pfeifen als sie sich das Oberteil vom Körper streifte und ihr supersexy Bauchnabelpiercing zum Vorschein kam. Die Stimmung im gesamten Nebenraum wurde immer heisser. Dann stand sie wieder vom Stuhl auf, schlich die Treppe der Bühne hinunter und ging zielsicher auf Ralf zu. Sie konnte ihn nicht verwechseln, weil seine Arbeitskollegen ihm symbolisch eine Kette mit einer schwarzen Kugel aus Styropor umgelegt hatten. Diese Verkleidung war anscheinend nichts Neues für sie, denn sie nahm die Kette und zog Ralf wie einen Gefangenen hinter sich auf die Bühne. Sie setzte ihn auf den Stuhl und öffnete unmittelbar vor seinen Augen den Reissverschluss ihres Röckchens. Ralf traute seinen Augen kaum, als sie sich mit dem Gesicht zur Menge drehte, nach vornüber beugte und sich wie in Zeitlupe den Rock auszog. Darunter trug sie nur einen Stringtanga und ihm blieb nichts anderes übrig, als diesen wunderbaren Anblick auch nächster Nähe zu geniessen. Die meisten anderen im Raum hätten auf der Stelle gern mit ihm getauscht und jubelten und johlten sich die Seele aus dem Leib. Jonas stand direkt in der ersten Reihe und konnte beobachten, wie Gina die gierigen Blicke genoss. Dann drehte sie sich zu Ralf um, setzte sich wiederum breitbeinig auf seinen Schoss und rieb sich genüsslich an seinem Körper. Sie nahm seine Hände, führte sie zum Verschluss ihres Büstenhalters und bat ihn, die Häkchen zu öffnen. Ralf gab sein bestes. Im Nu war der BH auf und sie hielt ihn nur noch an den Körbchen fest, weil er keine Träger hatte. Sie rieb sich direkt vor seinen Augen ganz langsam ihre prallen Brüste, riss sich mit einer gekonnten Bewegung den BH vom Körper und zog Ralfs Kopf exakt zwischen ihre beiden Wunderkugeln. Gina stieg von Ralf runter, spreizte seine Beine und stellte Ihren rechten Fuss dazwischen. Dann öffnete sie den Strumpfhalter und rollte den weissen Nylonstrumpf langsam über ihr wohlgeformtes Bein bis hinab zum Knöchel. Sie öffnete die Schnalle ihres Schuhs, zog ihn aus und streifte sich den Strumpf ganz über den Fuss. Das gleiche machte sie mit dem anderen Bein ebenso langsam, was Ralf so gut gefiel, dass er für einen kurzen Moment ganz allein applaudierte. Gina konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen und zog langsam auch ihren Strumpfhalter aus, so dass sie nur noch in ihrem String, einem durchsichtigen Hauch von Nichts, vor ihm stand. Der ganze Saal wartete gespannt auf das grosse Finale und darauf, dass die letzte Hülle fallen würde. Gina half Ralf beim Aufstehen und schickte einen suchenden Blick in die Runde. Als sie Jonas entdeckte, bat sie ihn mit einem verführerischen Fingerzeig, zu ihnen auf die Bühne zu kommen. Er liess sich natürlich nicht zweimal bitten und sprang mit einem Satz hinauf zu den beiden. Gina zog die beiden Männer ganz nah an sich heran. Ralf von vorne und Jonas von hinten. So tanzten die drei einen kurzen Moment engumschlungen über die Bühne. Jonas hielt Gina dabei zärtlich an ihren Hüften, während Ralf nicht so ganz wusste, was er mit seinen Händen anfangen sollte. Gina drehte sich zwischen den beiden langsam um, schaute Jonas tief in die Augen und öffnete über ihrer linken Hüfte einen Druckknopf ihres Strings. Ohne den Blickkontakt zu Jonas zu verlieren, glitten ihre Hände über dessen Oberkörper zum Druckknopf auf der anderen Seite. Auch den öffnete sie und zog sich mit einer schnellen Handbewegung das Höschen aus und liess es fallen wie ein Burgfräulein ihr Taschentuch im Mittelalter. Splitternackt stand sie nun zwischen den beiden Glücklichen und zog sie noch näher an sich heran. Die Menge tobte und Jonas erntete einige neidische Blicke, dass gerade er für dieses tolle Finale ausgewählt wurde. Dann war auch schon das Lied abgelaufen. Gina löste ihren Blick von Jonas, drehte sich zu Ralf um, küsste ihn sanft auf die Wange und wünschte ihm alles Gute für seine Ehe. Dann drehte sie sich wieder zu Jonas um, hauchte auch ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange und bedankte sich mit einem koketten Augenaufschlag, dass er sich so spontan zur Verfügung gestellt hatte. In diesem Moment ging der Spot aus und wenige Momente später, als das Licht im Saal wieder anging, war Gina verschwunden. Es folgte minutenlanger begeisterter Applaus, der einfach nicht enden wollte, doch Gina war wie vom Erdboden verschluckt.
Nachdem sich die aufgeheizte Stimmung etwas gelegt hatte ging Jonas wieder hinaus an die Theke um nach Gina zu sehen und ihr das Geld für ihren tollen Auftritt zu geben. Als er sie nicht fand, fragte er Sascha, den Wirt, ob er wüsste, wo sie geblieben war. „Sie ist schon vor ein paar Minuten gegangen. Ich hab ihr ein Taxi gerufen.“ entgegnete ihm dieser. Jonas ging vor die Tür um Gina vielleicht noch zu erreichen, aber alles was er noch zu sehen bekam, war ihr rot schimmernder Kopf in einem davonfahrenden Wagen. Sein Rufen war vergebens, denn der Wagen war schon in voller Fahrt und zu weit entfernt.
|
Kommentare (1) :: Permanenter Link
|
• 12.11.2005 - Gedanken...
Wenn Menschen, die man liebt, nicht bei einem sind, merkt man erst immer, was man an ihnen hat...
Ich widme dieses Gedicht meiner wundervollen Freundin und ihrem Kleinen und möchte ihnen damit danke sagen, dass sie der Mittelpunkt meines Lebens sind...
Es ist Morgen, früher Morgen
meine Gedanken gehören Dir.
So früh hab’ ich noch keine Sorgen,
ausser, dass du nicht bist bei mir.
Es ist Tag, hellichter Tag
ich spür’ den Lauf der Zeit.
Sooft ich auch an dich denken mag,
mein Herz, du bist unendlich weit.
Es ist Abend, dämmernder Abend
das Dunkel bricht über mich herein.
Meine Gedanken an Dich sind labend,
könnte ich doch nur bei dir sein.
Es ist Nacht, finstere Nacht
ich sehe die glitzernden funkelnden Sterne.
Der Tag ohne dich ist fast vollbracht
‘Ich liebe Dich’ rufe ich in die Ferne. |
Kommentare (0) :: Permanenter Link
|
• 12.11.2005 - Mein Buch - Torschlusspanik - Teil 1
1
„Heute ist ein guter Tag!“ „Ich bin gesund!“ „Mir geht es wunderbar!“ „Vor mir liegt eine tolle und erfolgreiche Woche!“ Jonas Baumann stand vor seinem Spiegel. Er begrüsste den Montag Morgen mit seiner Autosuggestion, wie er es schon seit Jahren machte. Er meint, das hilft ihm dabei, noch erfolgreicher zu werden. So stand es zumindest in einem seiner zahlreichen Erfolgsratgeber, die er in sich verschlingt.
Jonas hatte vor zwei Jahren die magische Dreissig überschritten. Seither war der smarte Unternehmensberater noch ehrgeiziger. Vor etwa drei Monaten gelang ihm sein bisher grösster Coup seiner Laufbahn. Durch eine waghalsige Strategie, die ihm wieder einmal bei einem Kneipenbesuch einfiel, gelang es, ein schon totgesagtes Unternehmen durch einen Börsengang wieder auf den Erfolgsweg zu schicken. Ja, das war einzig und allein sein Verdienst. Das konnte wirklich niemand mehr in der ganzen Firma übersehen.
„Was machst Du denn am Wochenende, Jonas?“ fragte ihn Simon Grimm, sein liebster Kollege, als Jonas an diesem Morgen das Büro betrat. „Ich hab noch nichts geplant bis jetzt. Was hast Du denn anzubieten?“ entgegnete Jonas. „Du erinnerst Dich doch an meinen Cousin Ralf? Wir haben ihn letzte Woche im ‘Havanna Club’ getroffen.“ „Ja, und?“ „Er feiert am Freitag seinen Junggesellenabschied und möchte Dich herzlich dazu einladen.“ Obwohl Jonas sich kaum an Ralf erinnerte, weil er ihn erst einmal gesehen hatte, sagte er zu. „Ich war schon lange auf keinem Junggesellenabschied mehr.“ Entgegnete er noch, bevor er sich an die Arbeit machte.
Kaum hatte er an seinem Schreibtisch Platz genommen, klingelte auch schon das Telefon. „Na, mein Junge, wie war Dein Wochenende? Wieso bist Du nicht mal vorbei gekommen? Ich hab mir schon Sorgen gemacht!“ Es war seine Mutter. Und wie jedesmal nach einem Wochenende, an dem er sich nicht bei ihr meldete, wollte sie wissen, ob er vielleicht dieses Wochenende endlich ihre zukünftige Schwiegertochter in spe kennengelernt hätte. „Du weißt Schätzchen, du bist nicht mehr der Jüngste und der Markt ist hart umkämpft!“ „Nein Mutter, ich war mit Simon unterwegs am Wochenende.“ Zog Jonas sich aus der Affäre. Er konnte Ihr natürlich nicht sagen, dass er wieder bei Jasmin Lehmann, seiner attraktiven Vorgesetzten, übernachtet hatte. „Oh, ich muss los!“ sagte seine Mutter und fügte hinzu „Ich hab’ gleich einen Termin bei der Maniküre. Bis dann, Schätzchen!“ „Ja, bis dann, Mutter!“ Jonas legte erleichtert den Hörer auf. Simon musste immer herhalten, wenn Jonas seine Schäferstündchen mit Jasmin abhielt.
Jasmin war das, was man als eingefleischte Karrierefrau bezeichnet. Sechsunddreissig Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Ihr Mann war Pilot und somit viel unterwegs. Seit Jonas in der Firma ist, ist sie schon Direktionsassistentin. Man war sich nicht sicher, ob sie sich durch Qualifikationen oder durch ihre weiblichen Reize den Weg in die Chefetage gebahnt hatte. Letzteres lag nahe, denn davon hatte sie jede Menge zu bieten. Sie war gross, schlank, hatte lange blonde glatte Haare. Ihre langen Beine schienen in den kurzen Kostümröckchen, die sie ausschliesslich trug, nicht enden zu wollen. Unterstützt wurde dieser Augenschmaus durch hochhackige Pumps. Die Affäre begann bei der letzten Betriebsfeier, also vor etwas mehr als einem halben Jahr. Jonas fuhr Jasmin nach Hause, weil Jasmin einiges zuviel getrunken hatte und konnte Ihrem Reizen und Traummassen nicht widerstehen, als sie ihn fragte, ob er noch mit auf einen Absacker mit zu ihr kommt. Seitdem trafen sich die beiden regelmässig an den Wochenenden, an denen ihr Mann arbeiten musste. In der Firma hatte niemand einen blassen Schimmer. Die beiden genossen das. Jonas nahm den vertrauten Duft von ‘Chanel No 5’ wahr. Jasmin stand die ganze Zeit hinter ihm. „Na, wollte Mama wieder einmal wissen, was es neues in der Familienplanung gibt?“ kokettierte sie, während sie Jonas einen verführerisch dankbaren Blick zuwarf und sich freizügig auf seinen Schreibtisch setzte. „Ja, du weißt ja, wie sie ist, Jasmin.“ Jonas hatte sie seiner Mutter bei einem gemeinsamen Mittagessen vorgestellt. Er liebte es, wenn sie so auf seinem Schreibtisch sass. So konnte er den Anblick ihrer wohlgeformten Beine geniessen. „Ich bin aber eigentlich wegen etwas ganz anderem hier.“ sagte Jasmin. Ihre Stimme klang ziemlich geheimnisvoll. „Dietmar, also Herr Schumann, ist am überlegen, wen er zum zweiten Prokuristen ernennt, wenn Walter Küster in drei Wochen in Rente geht.“ Jonas hatte schon langer auf diesen Posten spekuliert. Aber seit seinem Erfolg von vor drei Monaten war er sich ziemlich sicher, dass nur er zur Debatte stehen konnte. „Ich war so frei ein gutes Wort für dich einzulegen“ meinte Jasmin „weil wir so wunderbar harmonieren.“ Jonas’ Augen blitzten siegessicher, als diese Worte über ihre vollen sinnlichen Lippen kamen. Er wusste, es gefiel ihr sehr, dass er das süsse Geheimnis, das nur die beiden kannten, für sich behielt. „Danke Jasmin, du bist eine tolle Frau!“ antwortete Jonas und streichelte sanft ihr Bein unter dem Schreibtisch, dass es niemand sehen konnte.
Jasmin liebte ihren Mann, aber sie fühlte sich körperlich sehr stark zu Jonas hingezogen. Besonders, wenn sie am Wochenende ganz allein zuhause war. Jonas war ja auch ein gutaussehender Mann. Er hatte die Grösse eines Basketballspielers, kurze modisch geschnittene Haare und einen durchtrainierten Körper. Durch seinen ausgeprägten Sinn für Mode wusste er natürlich welche Kleider sein äusseres Erscheinungsbild noch unterstreichen. Er legte sehr viel Wert auf sein gepflegtes Äusseres und er genoss sein Leben als Single.
„Wie verstehen uns!“ meinte Jasmin, als sie sein Büro verliess. Jonas schaute ihr bewundernd und gleichzeitig stolz hinterher und atmete nochmal kräftig ihren Duft ein, bevor sie um die Ecke verschwand.
Die Woche verging wie im Flug. Sein Tagesablauf war fast bis auf die letzte Minute durchgeplant. Meistens ging Jonas direkt von der Arbeit ins Fitnessstudio oder zum Joggen, um sich fit zu halten. Auf dem Heimweg schaute er immer noch kurz im ‘Havanna Club’, seiner Lieblingskneipe, vorbei, um ein paar bekannte Gesichter zu treffen. Jonas trank keinen Alkohol. Dem hat er vor Jahren abgeschworen, nachdem er nach einem Abschlussball in der Tanzschule nur haarscharf an einer Alkoholvergiftung vorbeischrammte. Seit diesem Tag hat er keinen Tropfen mehr angerührt. Nicht mal zu Silvester um auf das neue Jahr anzustossen. Er war ein konsequenter junger Mann, der exakt wusste, was er wollte.
‘Sie haben 16 neue Emails’ stand auf seinem Bildschirm, als er am Freitag Morgen seinen Computer startete. Nachdem er 14 Werbemails gelöscht hatte, las er die erste vernünftige Nachricht. „Mein Mann ist übers Wochenende zuhause. Schon’ Dich für nächste Woche! Kuss, Jasmin:“ Mit einem Lächeln auf den Lippen löschte er gleich diese Nachricht, nachdem er sie gelesen hatte. „Denkst Du an heute Abend? Ralf freut sich schon. Gruss, Simon.“ „Der Junggesellenabschied“ - schoss es Jonas durch den Kopf. „ Den hätte ich doch glatt vergessen!“ „Klar denke ich an heute Abend!“ schrieb er zurück. „Wann und wo treffen wir uns eigentlich? Das hast Du mir noch gar nicht gesagt, mein Freund.“ „Sei einfach um 21 Uhr fertig. Wir holen dich ab. Ich hab’ eine Stretchlimousine gemietet. Wird bestimmt lustig. Und vor allem muss keiner mehr selbst fahren!“ kam die prompte Reaktion.
Simon denkt einfach an alles, dachte sich Jonas. Er träumte so vor sich hin und versuchte sich einen perfekten Junggesellenabschied vorzustellen, als des Klingeln des Telefons ihn unsanft aus seinem Traum erwachen liess. „Wo bekommt man so kurzfristig noch eine Stripperin her?“ Es war Simon. Er klang ganz aufgelöst. „Sag mir wann und wo sie tanzen soll, und ich kümmere mich darum“ bot Jonas ihm bereitwillig an. „Na wo wohl? Im Havanna Club! Ich denke Mitternacht wäre gut. Wir haben das ganze Nebenzimmer ganz für uns allein!“ „ Ich besorg’ eine, Simon. Mach Dir keine Sorgen. Bis dann!“ „Bis dann!“ sagte Simon sichtlich erleichtert. Sofort schlug Jonas nochmal die Tageszeitung und suchte die Rubrik ‘Sonstiges - Dienstleistungen’. Er wählte die Nummer der ersten Anzeige einer Partystripperin. „Ja, hallo?“ meldete sich eine junge Frauenstimme. „Hallo“ antwortete Jonas „ich bräuchte heute Abend eine Tänzerin. Hast Du zufällig noch Zeit?“ „Nein Süsser, da musst Du schon früher aufstehen! Tut mir leid, ich bin ziemlich gut ausgebucht zur Zeit.“ „Danke trotzdem!“ sagte Jonas bevor er auflegte und die nächste Nummer wählte. Es klingelte und klingelte, aber niemand nahm ab. Langsam wurde Jonas nervös. Die Dame von der nächsten Anzeige war im Urlaub, wie er von ihrem Anrufbeantworter erfuhr. Er hatte fast alle Anzeigen durch. Nur eine war noch übrig. Jonas schickte ein Stossgebet zum Himmel. Er wollte Simon und vor allem Ralf nicht enttäuschen. Nachdem er gewählt hatte klingelte es wieder und wieder. „Hier spricht Gina“ meldete sich wieder ein Anrufbeantworter. „Wenn Du einen Termin für eine heisse Stripshow möchtest, hinterlass’ mir Deinen Namen und Deine Telefonnummer: Ich ruf’ Dich dann umgehend zurück.“ ‘So ein Mist!’ dachte Jonas, als der Signalton piepte. „Hi, mein Name ist Jonas und ich habe ein Probl...“ „Hallo? Bist Du noch dran?“ erklang eine Stimme etwas ausser Atem. „Ja“ sagte Jonas erleichtert und ein wenig irritiert „ich bin noch dran!“ „Sorry, ich war gerade unter der Dusche als das Telefon ging.“ „Kein Problem“ meinte Jonas „du bist meine letzte Rettung! Bist Du heute Abend schon verplant?“ „Ja, ich hab’ heute Abend schon einen Termin um 20 Uhr.“ Sagte Gina. „Und danach?“ fragte Jonas vorsichtig. „Danach? Da habe ich Feierabend!“ „Würdest Du für mich eine Ausnahme machen und für mich tanzen? Es ist ein Notfall!“ flehte Jonas. „Na, Du musst es ja ganz schön nötig haben, mein Lieber!“ sagte die Stripperin kess. „Aber wenn Du so süss bist, wie du dich anhörst, würde ich es mir nochmal überlegen“ liess sie Jonas zappeln. „Es ist für einen Bekannten, weißt du, und dem schulde ich noch einen Gefallen“ versuchte er etwas Dramatik ins Spiel zu bringen. „Bist Du denn wenigstens auch da?“ wollte Gina wissen. „Ja, ich bin auch dabei“ sagte Jonas. „Also gut“ hörte er sie sagen und seine Miene wurde zu einem strahlenden Lächeln. „Wo und wann soll denn die Party steigen, Baby?“ fragte sie frech. „Kennst Du den Havanna Club?“ erkundigte Jonas sich. „Klar kenne ich den!“ entgegnete die Tänzerin. „Wann soll ich da sein?“ „Ist es Dir um Mitternacht recht?“ „Ja, das passt prima, Süsser! Dann sehen wir uns um 24 Uhr im Havanna Club“ sagte Gina. „Toll“ rief Jonas „bis dann!“ „Willst Du denn nicht wissen, was mein Auftritt beinhaltet und was er kostet?“ „Nein, wer so niedlich klingt, weiss bestimmt was er tut. Ich lass mich überraschen“ flirtete Jonas jetzt zurück. „Also gut, Fremder, deine Freunde und speziell du solltet euch warm anziehen! Es wird heiss, das verspreche ich dir!“ „Machen wir“ sagte Jonas „ich freu mich!“ „Ich mich auch“ antwortete die Stripperin und legte auf.
Jonas war überglücklich, dass er Ralf und Simon nicht enttäuschen musste und noch eine Partystripperin gefunden hat so kurzfristig. ‘Was für ein heisser Feger’ dachte er bei sich, als er begann, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Dann rief er noch kurz bei Simon an, um ihm zu sagen, dass er eine Tänzerin aufgetrieben hatte. Simon war mindestens so erleichtert wie Jonas selbst. Es war mittlerweile schon Mittag vorbei und Jonas machte sich auf den Heimweg. Als er das Büro verliess, schaute er noch schnell bei Jasmin rein und wünschte ihr mit einem Augenzwinkern ein schönes Wochenende. ‘Ich soll mich warm anziehen’ klang ihm die Stimme von Gina noch im Kopf. Er versuchte sich in Gedanken vorzustellen, was sie am Abend zum Besten geben würde. Wie würde sie wohl aussehen? Was würde sie für scharfe Klamotten anhaben? Tausend Gedanken schwirrten ihm auf dem Heimweg durch den Kopf. Süsser hat sie ihn genannt. Sicher macht sie das mit jedem, der einen Termin mit ihr haben möchte. Das gehört ganz gewiss zum Image in dieser Branche. Zuhause angekommen zog Jonas sich seinen Hugo-Boss-Anzug aus und hängte ihn sofort fein säuberlich in den Kleiderschrank zu den anderen hochwertigen Anzügen. Das Hemd, die Socken und seine Boxershorts warf er im Badezimmer gleich in den Wäschekorb, der fast schon aus allen Nähten platzte. „Waschen sollte ich auch mal wieder“ brummte er vor sich hin, bevor er sich mit Rasierschaum eincremte. Er schaltete das Radio an und hörte den Moderator, wie er Genesis, eine seiner Lieblingsbands, ansagte. Dann rasierte er sich und ging direkt im Anschluss unter die Dusche, auf die er sich schon den ganzen Tag gefreut hatte. Er genoss richtig, wie das heisse Wasser auf seinen Körper prasselte. Er war süchtig nach diesem sauberen Gefühl des Wassers auf seiner Haut. Es verging kein Tag, an dem er nicht mindestens zweimal duschte. Im Sommer erhöhte sich diese Zahl in der Regel auf drei, weil er nichts schlimmer fand, als sich unsauber zu fühlen und nach Schweiss zu riechen. Als er aus der Dusche kam, schlüpfte er in seinen Frotteebademantel und legte sich auf das grosse Kuschelsofa, das in der Ecke seines Wohnzimmers stand, um sich ein wenig für den Abend auszuruhen. Es würde ein langer Abend werden, das war ihm klar. Aber er wusste nicht genau, was auf ihn zukommen würde. Immer wieder musste er an Gina, die Stripperin, denken. Er kam sich vor, wie ein pubertierender Teenager, der sich am Abend zum ersten Mal mit seinem Schwarm treffen würde. Und genau mit diesen Gedanken verfiel er in einen leichten Schlaf. Als er zu träumen begann machte sich ein geniesserisches und zufriedenes Lächeln auf seinem ganzen Gesicht breit.
|
Kommentare (1) :: Permanenter Link
|
• 12.11.2005 - Rohfassung meines Buches...
Ich habe vor einiger Zeit angefangen, ein Buch zu schreiben. Nun habe ich mich dazu entschieden, in unregelmässigen Abständen ein Stück davon hier zu veröffentlichen...
Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr mir Eure Meinungen dazu schreiben würdet...
Vielen Dank und ein schönes Wochenende an alle...
Euer Maverick
P.S. Bitte beachtet, dass auch schon die Rohfassung unter Copyright steht. |
Kommentare (0) :: Permanenter Link
|
• 10.11.2005 - Für meinen Schatz...
• 10.11.2005 - Versprechen muss man halten :-)
So, Ihr lieben...
Heute nehme ich mir mal die Zeit, um Euch ein wenig über mich zu erzählen, wie ich es ja versprochen hatte.
Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt und habe in meinem Leben schon so einiges erlebt. Gute wie schlechte Dinge. Ich habe viele Menschen kennengelernt. Gute wie Schlechte. Ich habe viele Länder gesehen und auch in einigen gelebt. Auch in Guten und in Schlechten, wobei man hier nicht von guten oder schlechten Ländern reden kann, weil die Voraussetzungen einfach in den meisten Ländern unterschiedlich sind. Was mir aber auf meinen ganzen Reisen immer wieder aufgefallen ist, war, dass die armen Länder immer menschlicher sind als die Länder, von denen man sagt, sie wären reich. Es muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, was Reichtum für ihn bedeutet. Ob man es auf materielle Dinge bezieht, oder auf andere Dinge, bleibt jedem selbst überlassen. Ich kann natürlich nur aus meiner Sichtweise und von meinen Erlebnissen schreiben.
Ich habe auf meinen ganzen Reisen aus den unterschiedlichsten Gründen eine Vorliebe für die osteuropäischen Länder entwickelt. Nicht zuletzt, weil es dort in meinen Augen einfach die hübschesten und auch "normalsten" Frauen gibt. Das ist aber nicht der einzige Grund. Was mir dort auch besonders gefällt ist, dass die Familie in diesen Ländern einen ganz anderen Stellenwert und eine ganz andere Bedeutung hat als bei und hier in Deutschland.
Ich habe in meinem Leben schon fast alles gesehen. Glanzvolle Empfänge, Champagner bis der Arzt kam, aber es gab auch Zeiten, in denen ich nicht wusste, was ich am nächsten Tag zu Essen auf meinem Teller haben würde. Vielleicht kommt daher meine Sichtweise, wie ich die einzelnen Länder beurteile, in denen ich schon war oder gelebt habe. Wenn man weiss, wie die oberen 10.000 leben, aber auch weiss, wie sich derjenige fühlt, der sich nach einem klaren Wintertag ein Quartier für die Nacht unter einer Brücke suchen muss, sieht man einige Dinge einfach anders. Man setzt auch seine Prioritäten anders.
So, jetzt wisst Ihr ein wenig mehr über mich und ich hoffe, dass Ihr mich bald wieder in meinem Blog besuchen kommt...
Euer Maverick |
Kommentare (0) :: Permanenter Link
|
• 9.11.2005 - Da bin ich mal wieder...
Hallo meine Lieben...
Ich hoffe, Ihr hattet alle ein schönes Wochenende. Meins jedenfalls war ziemlich stressig... Meine Schwester und ihr Mann waren mit ihren beiden Kindern bei uns zu Besuch. Da könnt Ihr Euch natürlich vorstellen, dass es ein unheimlich anstrengendes, aber auf der anderen Seite ein schönes Wochenende war.
Doch viel zu schnell hatte mich der normale Wochenablauf wieder in seinen Fängen, aber das kennen wir ja. Geht Euch bestimmt auch nicht anders...
Am Samstag waren wir im Vereinsheim zum Essen. Dort ist ein kleiner Landeplatz für kleine Flugzeuge und die Kinder konnten sehen, wie sie starteten und landeten und wie Fallschirmspringer landeten... Klar... Die Pizza oder der Teller Spaghetti waren nur noch Nebensache... Na ja, sie hatten auf alle Fälle Riesenspass...
So, ich mach mal wieder Schluss für heute und wünsche Euch allen eine gute restliche Woche...
Euer Maverick
|
Kommentare (0) :: Permanenter Link
|
• 4.11.2005 - Weshalb ich ein Blog schreibe...
So, nun ist es also soweit... Ich habe mich nach langem Hin- und Herüberlegen, ein Blog einzurichten und ich habe mir vorgenommen, es regelmässig mit meinen geistreichen oder weniger geistreichen Gedanken zu füllen.
Da ich von Natur aus gern schreibe, denke ich, dass es eine sehr gute Möglichkeit ist, sich anderen Menschen mitzuteilen. Auf der anderen Seite steht das leidige Thema der verfügbaren Zeit. Heute fehlt mir leider die Zeit, mehr über mich zu schreiben, aber das werde ich bei der nächsten Gelegenheit nachholen.
Eines kann ich Euch aber schon versprechen: Ich werde unheimlich viel Spass daran haben, mein Blog zu schreiben. Was mich sehr freuen würde ist, wenn es Euch genau so viel Spass machen würde, es zu lesen, und wenn Ihr mir Eure Gedanken dazu mitteilen würdet.
Also dann, bis demnächst...
Euer Maverick |
Kommentare (1) :: Permanenter Link
|
|
|
|
Page 1 of 1
Vorherige Seite | Nächste Seite
|
|